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Wichtige Infos über Intuition für Reiterinnen und Reiter

Was eigentlich ist Intuition?


Intuition (mittellateinisch intuitio = unmittelbare Anschauung, zu lateinisch intueri = genau hinsehen, betrachten) beschreibt eine Form der Entscheidungsfindung oder Erkenntnis, die spontan und ohne genauere Betrachtung aller Sachverhalte passiert. Unsere Intuition ist eine zuverlässige Quelle, die uns lenkt. Intuitiv wissen wir sofort, was zu tun ist, welche Stimmung gerade herrscht oder welche Vorgehensweise in einer Situation die richtige ist.

Jeder Mensch ist mit Intuition ausgestattet, einer inneren Stimme, die zu uns spricht und uns sagt, was richtig und was falsch ist, oder die uns zu einer guten Entscheidung führt.

Aber viele von uns werden dazu erzogen, unsere Intuition zu ignorieren, dabei kann sie sehr hilfreich sein.


Wie definiert der Duden Intuition?


Er beschreibt die Intuition als das ?nicht auf Reflexion beruhende Erkennen, Erfassen eines Sachverhalts oder eines komplizierten Vorgangs?. Häufige Synonyme sind die innere Stimme, sechster Sinn, Eingebung, Impuls oder auch Instinkt.


Was hat Albert Einstein zum Thema Intuition gesagt?


"Der intuitive Verstand ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener ehrt und die Gabe vergessen hat.?

Was hat er damit gemeint?

Was Einstein meinte, ist, dass der rationale Verstand dazu da ist, unser Leben bewusst in eine Richtung zu lenken. Er ist dazu da, Absichten oder Ziele zu setzen. Er ist dazu da, das eigene Verhalten sinnvoll zu steuern. Ja ? o.k. und wozu ist die Intuition da oder warum ist sie für Reiterinnen und Reiter so wichtig?


Warum nun kann es sinnvoll sein, sich gerade bezogen auf das Reiten mit dem Training oder dem Wiederentdecken der eigenen Intuition zu beschäftigen?


??????????Ein ganz besonderes Argument zur Nutzung der intuitiven Fähigkeiten ist auf jeden Fall, dass es viel leichter ist, auf intuitivem Wege mit Pferden zu kommunizieren.

Wichtige Argumente finden sich gerade in Daniel Kahnemans Bestseller ?Schnelles Denken, langsames Denken. Kurz anmerken möchte ich in diesem Zusammenhang einen Tipp, den mir mein erster Reitlehrer gab. Er meinte, es sei eigentlich egal, was ich machte, nur eines müsste ich mir merken, ich müsste immer eine Sekunde schneller denken als das Pferd. Damals wie auch heute werden die Pferde allerdings mehr oder minder als zu beherrschendes Wesen angesehen. Bei vielen Reiterinnen und Reitern scheint auch heute noch diese Auffassung vorzuherrschen. Natürlich gibt und gab es zu allen Zeiten Menschen, die die Pferde als Partner sehen oder gesehen haben, mit welchen Aufgaben kooperativ ? also gemeinsam - bewältigt werden können.

O.k. aber was bedeutet es, schnell oder langsam zu denken und was hat das Schneller-im-Denken-Sein mit Intuition zu tun? Und warum ist es leichter, mit dem Pferd intuitiv zu kommunizieren?

Fragen über Fragen - schauen wir einmal, ob wir die passenden Antworten finden:


Wie eigentlich reagieren Pferde?


Pferde reagieren instinktiv. Sie können zwar auch recht komplexe Entscheidungen treffen und unglaublich viel lernen, aber sie kommunizieren von Herz zu Herz. Sie können uns Menschen nicht nur super gut lesen, sie können sogar unsere Gedanken lesen. Das ist wohl erklärungsbedürftig. Was heißt hier Gedankenlesen? Vielleicht Telepathie? Vermutlich nicht, aber Pferde können Veränderungen unserer Körperspannungen bis hin zu Veränderungen unserer Hormone wahrnehmen, denn sie haben sagenhafte Wahrnehmungsmöglichkeiten, über die wir nicht verfügen. Pferde können die Veränderungen von Muskelspannungen wahrnehmen, ob wir nun auf ihnen sitzen oder uns in ihrem Umkreis aufhalten und jeder unserer Gedanken verursacht Veränderungen von Muskelspannungen in unserem Körper. Weil Pferde diese Veränderungen wahrnehmen, reagieren sie entsprechend darauf. Wenn wir aber an Dinge denken, die Pferde nicht einordnen können oder eben an etwas, das uns zum Beispiel Angst macht, was im Übrigen unsere Hormone verändert, reagieren sie ihrerseits mit Angst. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir entspannt und friedvoll mit Pferden kommunizieren.


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Zusammenhang von schnellem und langsamem Denken bezogen auf den Reitunterricht


Und jetzt schauen wir uns einmal den Zusammenhang von schnellem und langsamem Denken bezogen auf den Reitunterricht in Verbindung mit dem Treffen intuitiver Entscheidungen an:

Heutzutage gibt es ohne Ende Literatur zum Thema Reiten, verschiedene Schulen, neue und alte Denkansätze zum Thema und alle glauben, dass sie die tollste Beschreibung geliefert haben und natürlich auch die beste Lernmethode anbieten. Sie beschreiben bis ins letzte Detail, wie welche Hilfe für was zu geben ist, wie der Mensch lernen kann, genau zu beurteilen, welches Pferdebein gerade in welcher Gangart abfußt und dann wird auch beschrieben, wie der Reiter, die Reiterin es schaffen kann, diese Bein länger am Boden zu halten oder zum weiter Untertreten anregen kann. Das ist toll und es steht in krassem Gegensatz zu meinem ersten Reitunterricht, bei dem der Reitlehrer sich darauf beschränkte anzusagen, was wir reiten sollten und uns immer wieder zu ermahnen oder auch anzuschreien: ?Reite, nun reite doch endlich.? Wir bekamen keinerlei Erklärungen, sie wir dieses oder jenes reiten sollten. Ich möchte diesen Ansatz mitnichten als einen geeigneten einstufen, aber es resultierten verblüffende Ergebnisse, was bei einem solchen Vorgehen eigentlich nicht zu erwarten wäre.


Uns blieb also nichts anderes übrig, als zuzuschauen, wie andere es machten, von einem Pferd zu lernen, dass das gewünschte bereits beherrschte oder mit einem Pferd gemeinsam zu entdecken, wie wir es hinbekommen konnten. Mangels anderer Möglichkeiten, entdeckten wir vieles, was heutigen Reitschülerinnen und Reitschülern verborgen bleiben wird, weil sie schlichtweg mit der Menge an Informationen, die auf sie einprasseln überfordert sind, denn das langsame von Kahneman beschriebene Denken kann nur 40 Infos oder Sinneseindrücke pro Sekunde aufnehmen und das ist viel zu wenig, um z.B. während des Versuchs, seinem Pferd Serienwechsel beizubringen noch die Informationen der Reitlehrerin aufzunehmen und die gewünschten Änderungen auch noch umzusetzen. Wir sind aber heutzutage alle so daran gewöhnt, alles mit unserem Verstand zu betrachten, also das langsame Denken zu nutzen, dass es uns schwer fällt, einfach umzuschalten und uns auf die Intuition und das Unterbewusstsein zu stützen, wenn es darum geht, mit unserem Pferd zu kommunizieren.

Wenn wir aber versuchen, den Anweisungen von Reitlehrern zu folgen, während wir von unserem Pferd verlangen, unseren ungenauen Anweisungen zu folgen, geraten wir in Stress und unser Pferd gleich mit.

Reiten hat aber sehr viel mit Gefühl und Intuition zu tun und unsere Pferde reagieren viel positiver und verstehen uns besser, wenn wir auf dieser Ebene mit ihnen umgehen.


Das könnten auch Reitlehrerinnen und Reitlehrer beherzigen und nutzen. Dann wäre es allerdings sinnvoll, den Unterrichtsstil zu verändern und den Unterricht ganz anders zu gestalten.


Wie könnte das aussehen?

Reitlehrer könnten Ziele mit ihren Reitschülern festlegen, kurz erklären, auf welchem Wege nach ihrem Dafürhalten am besten mit diesem Pferd dorthin zu gelangen ist und dann ihrer Reitschülerin, ihrem Reitschüler dabei zuzuschauen, wie er oder sie gemeinsam mit dem Pferd im eigenen Tempo versucht, sich der Idealvorstellung anzunähern. Wenn der Schüler der Meinung ist, dass die Übung bereits gut gelungen ist, könnte man sich über die gefühlten, sowie die vom Reitlehrer beobachteten Details austauschen. Das würde den Druck und auch den Stress aus der Situation nehmen sowie zu besseren Ergebnissen führen. Außerdem würde die Beziehung zwischen Reiter und Pferd weniger leiden.

Bei einer solchen Vorgehensweise könnte der Reiter, die Reiterin viel besser von Herz zu Herz mit dem Pferd kommunizieren und müsste sich nicht verstandeslastig auf die Umsetzung theoretischer Aspekte in Listenform konzentrieren.


Aber was kann denn nur der Reiter, die Reiterin dafür tun, die eigene Intuition zu verbessern?



Die erste Voraussetzung für ein Training der eigenen Intuition ist zunächst einmal das Verständnis zwischen dem Unterschied zwischen dem intuitiven und dem kognitiven, also dem verstandesmäßig geleiteten Vorgehen. Als nächstes sollte man sich einmal überlegen, wie verschüttet die eigenen Intuition denn nun ist. Kann man der eigenen Intuition überhaupt trauen oder ist man ihr gegenüber eher skeptisch eingestellt?


Probiere gerne unseren Intuitionstest aus, Du findest ihn hier (klicke das Wort hier in blauer Schrift). Sehr nützlich ist es sicher auch, wenn Du Dir die Playlist zum Thema Intuition aus Arons Tipp der Woche anschaust.


Und wie kann man wieder dahin kommen, der Intuition oder der inneren Stimme zu Vertrauen entgegen zu bringen?

Es ist wie mit allem: Man muss sich intensiv damit beschäftigen und immer wieder überprüfen, wie sinnvoll die Ergebnisse sind, die man mit dem einen oder anderen Ansatz erreicht.

Und hier sind wir mit unseren Pferden in einer privilegierten Lage, denn unsere Pferde unterstützen uns liebend gerne dabei, unseren verschütteten intuitiven Ansatz wieder freizulegen und zu trainieren.


Im nächsten Blogbeitrag beschäftigen wir uns damit, wie es uns gelingen kann, unsere Intuition wiederzufinden und zu trainieren.


Ich freue mich, wenn Du den nächsten Blogbeitrag nicht verpasst.

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Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Wiederentdecken und Steigern Deiner Intuition. Dein Pferd wird es Dir danken.

Alles Gute

Conny